Donnerstag, 27. Juni 2013

23.06. - 27.06.2013 Jasper Nationalpark

23.06.2013
Das war heute eindeutig der Tag der Tiere! Früh brechen wir zum Mount Edith Cavell und dem Angel Glacier auf. Nach einem kurzen Trail erreichen wir den noch zugefrorenen Gletschersee und stehen vor relativ hohen Eisbergen. Vor sechs Jahren waren wir auch hier schon einmal. Damals waren die Eisschollen aber schon abgeschmolzen, da es mitten im Hochsommer war. Zwischenzeitlich kommt sogar die Sonne zum Vorschein, und es ergeben sich klasse Fotomotive. Danach geht es im Jasper Nationalpark 60 Kilometer nach Norden zu den Miette Hot Springs. In einem Außenpool liegend, der aus einer heißen Quelle gespeist wird, kann man schön die Bergkulisse bewundern. Nun aber endlich zu den Tieren:  Schon morgens auf dem Weg zum Gletscher haben wir Glück und begegnen unserem zweiten Elch. Diesmal handelt es sich um ein ausgewachsenes Weibchen, das aber ziemlich scheu ist und sich daher schnell aus dem Staub macht. Da hat sich das frühe Aufstehen mal wirklich gelohnt. Auf der Straße nach Norden sehen wir dann auch endlich große Gruppen von Dickhornschafen, die zeitweise den gesamten Verkehr lahmlegen. Eine weitere Besonderheit ist die Bergziege, die wir fast ganz für uns alleine haben. Eine ungewöhnliche Begegnung, da diese Tiere meist hoch in den Steilwänden der Rockies unterwegs sind. Insgesamt haben wir heute gesehen: Eichhörnchen, Streifenhörnchen, Murmeltier (Tourpremiere „TP“ J), Elch, Schwarzbär (Nr.: 12!), Wapiti, Weißwedelhirsch, Dickhornschaf (TP) und eine Bergziege (TP). @Susanne: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
24.06.2013
Ein abwechslungsreicher Tag auf dem Icefields Parkway liegt hinter uns. Da diese Straße von Jasper nach Banff als eine der schönsten Strecken weltweit gilt, werden wir dort insgesamt vier Nächte verbringen. Heute Morgen besuchen wir zunächst das „Tal der 5 Seen“. Auf einem 4 Kilometer langen Rundweg ergeben sich bei strahlendem Sonnenschein tolle Blicke auf die 5 Seen. Da diese alle unterschiedlich tief sind, leuchten sie in verschiedenen Farben: von dunkelblau bis hellgrün ist alles dabei. Am Wegesrand blühen mal wieder die unterschiedlichsten Blumen. Eine wirklich tolle kleine Wanderung! Danach geht es auf der Traumstraße weiter Richtung Süden. Zunächst besuchen wir die Athabasca- und danach die Sunwapta-Wasserfälle. Am Icefields-Center lassen wir den Athabasca-Gletscher rechts liegen und fahren weiter bis zum Parker Ridge Trail. Den Athabasca Gletscher werden wir in ein paar Tagen noch besuchen und dort auch übernachten. Der Trail windet sich in steilen Serpentinen hoch und erreicht bald große übriggebliebene Schneefelder. Wir holen uns ein wenig nasse Füße und sehen unseren ersten Pfeifhasen (Pika). Diese putzigen kleinen Tierchen sind mittlerweile sehr selten, und es ist wirklich ein Glück, ein solches beobachten zu können. Offensichtlich hat er uns nicht bemerkt, denn er läuft auf dem Schneefeld direkt auf uns zu. Als er seinen „Fehler“ erkennt, stößt er seinen Schrei aus (der wie ein Pfiff klingt, daher der Name) und verschwindet. Am Gipfel angekommen, öffnet sich ein toller Blick auf den Saskatchewan-Gletscher. Zurück auf der Straße, verlassen wir an der gleichnamigen Kreuzung (Saskatchewan-Crossing) dann für heute den Icefields Parkway und fahren zum Abraham Lake. Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt, aber tatsächlich sehen wir kurz danach noch unseren 13. Schwarzbär. J Die Fahrt zum See ist landschaftlich sehr schön, nur leider hat ein großer Brand vor ein paar Jahren ein riesiges Waldgebiet zerstört. Meine persönliche Bewährungsprobe steht jedoch noch an: Nudeln auf heißem Stein kochen. Jedenfalls sind wir satt geworden, und es hat besser geklappt als gedacht! @Wilfried: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
25.06.2013
Leider ist der Tagesbeginn mal wieder regnerisch. Wir haben aber gelernt, dass wir hier an einem Tag alle Wetter nacheinander haben können. Daher brechen wir trotzdem nach einem Kaffee auf und fahren erst mal bis ans Ende des Sees. Wenn wir gestern mit einem Bären aufgehört haben, fangen wir heute halt mit einem an: Schwarzbär Nr. 14 (aber leider nur ganz kurz). Wie erhofft, hört der Regen bald auf und wir beginnen unsere erste Wanderung. Ziel sollen die Siffleur-Wasserfälle sein. Nach zwei Kilometern ist dann aber plötzlich Ende. @Mechtilde und Erich: Hier sehen wir jetzt auch die ersten Auswirkungen der Unwetter rund um Calgary. Hiervon hatten wir bisher nämlich nur von anderen gehört, aber selbst noch nichts mitbekommen. Jedenfalls hat der mächtig angeschwollene Fluss die massive Metallbrücke teilweise weggerissen: Wanderung also beendet! Was soll man machen… Dann nutzen wir die Zeit eben und fahren wieder zurück auf den Icefields Parkway. Schließlich haben wir ja noch keinen Braunbären gesehen. Hier im Nationalpark ist eine ca. 200 Exemplare zählende Population zu Hause, die es doch möglich macht, eines dieser tollen Tiere zu entdecken. Wir besuchen zunächst die Brautschleier-Wasserfälle und spazieren dann zu den Panther-Falls. Auf der Rückfahrt erwischen wir ihn dann: unseren ersten Braunbären (Grizzly). Es ist ein jugendliches Tier, das friedlich am Straßenrand Grünzeug und Blumen frisst. Der Bär lässt sich aus nächster Nähe beobachten und zeigt keinerlei aggressives Verhalten. Natürlich kommt der Verkehr mal wieder fast zum Erliegen! ;-) Was für ein tolles Erlebnis! Den Abend verbringen wir nochmals am Abraham Lake bei einem Lagerfeuer. Morgen werden wir dann wieder ein Stück des Weges zurück fahren und direkt am Athabasca Gletscher übernachten.
26.06.2013
Ein weiterer Tag auf dem Icefields Parkway steht an: Nachdem wir unser Zelt eingepackt haben, fahren wir schleunigst zum Mount Chepren. Der Aussichtspunkt über den Waterfowl Lake ist bei schönem Wetter toll…und gerade scheint die Sonne. Dort angekommen hat sich das aber leider schon wieder erledigt. Egal, wir haben ja morgen noch eine 2. Chance. Also weiter zum Peyto Lake. Dieser See ist sicher einer der schönsten Anblicke im Westen Kanadas und gnädigerweise scheint auch tatsächlich wieder die Sonne, als wir dort ankommen. Man steht auf einem Berg und blickt auf den unwirklich türkisblau leuchtenden See in die Tiefe hinab. Nächster Halt ist der sehr schöne Mistaya Canyon. Außer der Schlucht finden wir vor allem Gefallen an den vielen Calypso-Orchideen. Zum Schluss besuchen wir noch den Athabasca Gletscher. Eine der größten zugänglichen Gletscherzungen der Welt schiebt sich hier, vom Columbia Icefield gespeist, den Berg hinab. Leider weicht auch dieser Gletscher seit Jahrzehnten stark zurück. Nach aktuellen Berechnungen könnte er in 100 Jahren komplett abgeschmolzen sein. Die Veränderungen können sogar wir bereits feststellen. Konnte man vor sechs Jahren noch zu Fuß auf die Gletscherzunge, ist dies heute aus Sicherheitsgründen verboten, da sich an seinem Fuß ein Fluss und ein unterirdischer See gebildet haben. Auf das Eis kommt man jetzt nur noch mit sogenannten „Snowcoaches“, riesigen Gletschermobilen, die die Besucher für die „Kleinigkeit“ von mittlerweile 52 CAD pro Person weiter oben zu einem Gletscherbereich bringen, auf dem man gefahrlos herumspazieren kann. Da wir den Preis für totale Abzocke halten, verzichten wir lieber auf dieses Vergnügen. Leider ist es auch verboten, zu Fuß zu diesem Bereich hin zu wandern. Warum bloß?! Wir übernachten heute nach wieder einmal 5 Zeltnächten hier im Hotel und haben einen ganz tollen Blick auf den Gletscher. Ach ja, jetzt hatte ich fast unsere Schwarzbären Nr. 15 und 16 vergessen. Eine Mutter mit einem Jungen hielt sich am gegenseitigen Flussufer auf. Viel mehr wie ein flüchtiger Blick war aber diesmal nicht möglich.
27.06.2013
Noch sind wir auf dem Icefields Parkway nicht jeden Wanderweg abgelaufen und haben noch nicht jeden Aussichtspunkt abgeklappert…also ein weiterer Tag „Extreme-Sightseeing“. Wir verlassen sehr früh unser tolles „Zimmer mit Aussicht“ und fahren zum Beginn des Wilcox Pass Trails. Die gut 11 Kilometer lange Wanderung führt zunächst durch dichten Bergwald steil bergauf und erreicht bald die ersten Almwiesen.  Diese sind teilweise noch von großen Schneefeldern bedeckt und erfordern so unseren ganzen Einsatz. Tatsächlich gibt es auch noch die erste Schlittenpartie des Jahres und zwar auf dem Hosenboden. Auf den von der Sonne bevorzugten Flecken blühen aber schon die Wildblumen. Der Frühling kommt! Vom Gipfel ergeben sich dann fantastische Blicke auf den Athabasca-Gletscher und die umgebenden Berge. Nur gut, dass wir früh losgegangen sind. Das tolle Wetter hält nämlich leider nur bis mittags, und danach gibt es mal wieder den täglichen Regenschauer. Unser Ziel für heute ist die Num-Ti-Jah Lodge am tollen Bow Lake. Der See ist sicher eines der Highlights auf dem Icefields Parkway. Leider haben wir hier schlechtes Wetter und müssen auf morgen hoffen. In schönem Wetter leuchtet der See in einem tiefen Blau und die Berge spiegeln sich in seinem Wasser. Mal sehen was der Morgen bringt, schließlich gibt es hier auch noch einen Trail zu laufen… Am Abend gehen wir hier nach langer Zeit auch mal wieder richtig schön Essen…man gönnt sich ja sonst nichts. Die Tage in den Rocky Mountains sind bisher echt der Hit schlechthin. Ich denke das kommt auch so `rüber. In ein paar Tagen bekommen wir dann auch Besuch aus der Heimat. Die ersten vertrauten Gesichter seit gut einem halben Jahr…und dann in so einer schönen Umgebung. Wir freuen uns schon sehr!!!
23.06.2013 Jasper NP

...am Mount Edith Cavell...

Angel Glacier



Dickhornschaf


Bergziege

24.06.2013 Tal der 5 Seen



Athabasca Falls

Saskatchewan Glacier


25.06.2013 Wanderung am Abraham Lake...wegen Flutschäden leider beendet

1. Grizzly



26.06.2013 Peyto Lake


Calypso Orchid

Mistaya Canyon

Athabasca Glacier

...Aussicht aus unserem Zimmer...

27.06.2013 Athabasca Glacier vom Wilcox Pass gesehen



Clark`s Nutcracker

Kommentare:

  1. Hallo ihr beiden,
    tolle Bilder, die wir da zu sehen bekommen! Markus bekommt schon "Heimweh". Wir ziehen Ende August ins Haus um :-)! LG Kirsten, Markus und Jaden

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  2. Hallo ihr Beiden,
    ganz tolle Bilder. Schön das es Euch gut geht.
    Wir wünschen Euch schöne Tage mit dem ersten Besuch aus der Heimat.
    Viele Grüße
    Mechtilde u. Erich

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