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Dienstag, 8. Oktober 2013

03.10. - 08.10.2013 Letzte Meldung USA

03.10.2013
Bereits am frühen Mittag erreichen wir die Pazifikküste nördlich von San Francisco. Ab jetzt geht es bis Vancouver nur noch Richtung Norden am Meer entlang. Besonders der erste Abschnitt ist landschaftlich sehr schön und beeindruckt mit seiner Steilküste. Bekannt ist hier das kleine Örtchen Bodega Bay in dem Alfred Hitchcock seinen Thriller „Die Vögel“ drehte. Da wir in den letzten Wochen fast nur noch gezeltet haben und daher auch ein wenig geschlaucht sind vom ewigen Leben an der frischen Luft, haben wir beschlossen, in den letzten Tagen in den USA feste Dächer über dem Kopf zu bevorzugen. Außerdem wird es mittlerweile schon vor 19 Uhr dunkel und kalt, so dass man sich schon sehr früh in sein Zelt verkriechen müsste. Und unseres ist definitiv zu klein, um sich dort wirklich viel länger als zum Schlafen aufzuhalten. Heute finden wir eine wirklich tolle Cabin in Fort Ross mit Pazifikblick und offener Feuerstelle mitten im Raum. So kann man leben! J
04.10.2013
Weiter geht es auf dem Highway No. 1: Zunächst passieren wir Mendocino und erreichen schon bald den Eel-River. Entlang dieses Flusses windet sich die Straße über unzählige Kurven durch einen dichten Wald ehe sie nach rund 20 Meilen in den Highway 101 übergeht. Wir passieren im weiteren Verlauf viele schöne Wälder mit Küstenmammutbäumen. Außerdem „treffen“ wir einen netten Polizisten, der uns ausnahmsweise keinen Strafzettel schreibt, obwohl wir rund 15 Meilen zu schnell unterwegs waren. Offenbar ist er der Meinung, dass Touristen durch den „shutdown“ der Regierung und die Schließung aller Parks in den USA im Moment schon genug gebeutelt sind. Schwein gehabt! Bei Eureka erreichen wir wieder das Meer und fahren noch ein kleines Stückchen weiter, da dieser Ort einfach nur groß und hässlich ist. In Trinidad (Tobago haben wir aber nicht entdeckt!) gehen wir am Abend lecker Fisch essen und danach noch etwas am Strand spazieren. Unsere Bleibe für diese Nacht finden wir in einer preiswerten kleinen Hütte des Rodeway Inn, direkt unter Mammutbäumen im Wald gelegen. @Renate: Happy Birthday!
05.10.2013
Insgesamt lassen wir es die letzten Tage in den USA etwas ruhiger angehen. Ein wenig Urlaub vom vielen Entdecken sozusagen! J Jedenfalls verlassen wir heute Vormittag Kalifornien und erreichen Oregon. In diesem Bundesstaat waren wir bislang ja auch noch nicht. Entlang der schönen Küste geht es immer weiter in Richtung Kanada. Es ergeben sich oft schöne Blicke auf den Pazifik; zum Glück ist die Straße aber sehr gut befahrbar und nicht mehr so gewunden, wie dies nördlich San Franciscos der Fall war. Am frühen Nachmittag suchen wir uns ein schönes Motel und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Zu erwähnen ist noch, dass unsere Hauswirtin aus der Ukraine stammt und Fan der Klitschko-Brüder ist. Da Wladimir heute gegen Powetkin einen klaren Punktsieg landen konnte, war sie natürlich bester Laune.
06.10.2013
Und weiter geht es: Heute gibt es wieder besonders schöne Küstenabschnitte zu bestaunen. Insbesondere das Heceta Lighthouse mit den vielen Seelöwen bietet etwas für`s Auge, und die Straße verläuft teilweise direkt am Meer. In Depoe Bay legen wir eine kleine Mittagpause ein. Bekannt wurde dieser Fischerort durch den Film „Einer flog über`s Kuckucksnest“ mit Jack Nicolson in der Hauptrolle. Am Nachmittag erreichen wir das Cape Kiwanda und beschließen, hier die Nacht zu verbringen. Wir gehen noch ein wenig am Strand spazieren und erleben innerhalb kürzester Zeit, dass sich drei PKWs im tiefen Sand festfahren. Einer hat sich sogar ohne Allradantrieb in den tiefen Sand gewagt! Na ja, da werden Erinnerungen an Chile wach…da mussten wir uns auch einmal aus dem Sand ziehen lassen. J
07.10.2013
Über Nacht ist richtig useliges Herbstwetter über Oregon hereingebrochen. Wir machen trotzdem das Beste daraus und fahren weiter an der schönen Küste nach Norden. Am Cape Meares legen wir einen kurzen Stopp ein und genießen die Aussicht auf die fantastische Steilküste. Danach wartet ein spezielles Erlebnis auf uns: Da Kirsten sich wohl im Sturm am Grand Canyon eine hartnäckige Erkältung mit Ohrenschmerzen zugezogen hat, besuchen wir eine Walk-In-Clinic. Dies ist eine Arztpraxis, zu der jeder einfach in die Sprechstunde gehen kann. Normalerweise lassen sich die Leute hier einen Termin bei ihrem Familienarzt geben, nur Leute auf der Durchreise (J) oder ärmere Leute, zum Teil sogar ohne Krankenversicherung, besuchen eine solche Klinik. Laut deren ausgehangenem Leitbild, werden hier alle gleich behandelt, egal welche Hautfarbe, politische Gesinnung oder sexuelle Orientierung die Patienten haben. Eigentlich sollte das nach unserem Verständnis doch wohl selbstverständlich sein?!? Am Nachmittag verlassen wir Oregon und erreichen mit Washington unseren letzten Bundestaat der USA auf dieser Reise. Wir finden ein uriges altes Motel mit kleinen Hüttchen wie aus dem Freilichtmuseum…echt gemütlich!
08.10.2013
Zunächst führt uns unser Weg weiter an der Küste entlang. Allerdings verläuft die Straße nicht mehr direkt am Pazifik, sondern hinter einer großen Bucht entlang riesiger Salzmarschen. Ein Vogelparadies und im regnerischen Wetter eine schaurige Landschaft. Bei Olympia, der Hauptstadt Washingtons (nicht wahr, Thomas?), erwischt uns ein ziemliches Unwetter und wir sind froh, als die Sonne wieder herauskommt. Am Nachmittag erreichen wir mit Seattle die größte Stadt des amerikanischen Nordwestens. Wir suchen uns ein Motel und verbringen einen ruhigen Abend. Morgen werden wir also die USA verlassen und uns zurück an unseren Ausgangspunkt Vancouver begeben. Wir sollten gegen Mittag dort ankommen, da es nur noch rund 250 Kilometer zu fahren sind. Damit werden wir unsere Rundfahrt durch Kanada und die USA beenden und sind dann ca. 27.000 km in 4 Monaten gefahren.

03.10.2013 Fort Ross - unsere Cabin

04.10.2013 Oregon-Küste

Trinidad

jede Menge Muscheln


05.10.2013 Arch-Rock


06.10.2013 Heceta-Lighthouse


07.10.2013 Cape Meares

Home Sweet Home...

...die Wachkatze

Mittwoch, 2. Oktober 2013

26.09. - 02.10.2013 WE MADE IT TO THE TOP - und danach "shutdown"

 
26.09.2013
Nach einer doch recht kühlen Nacht verlassen wir früh den Nordrand des Grand Canyon und machen uns auf den Weg zum Südrand. Auf der 4-stündigen Fahrt erreichen wir mit 27 Grad wieder sommerliche Temperaturen, allerdings bleibt es weiterhin sehr stürmisch. Am Südrand angekommen, nutzen wir das gute Wetter und besuchen zunächst einige Aussichtspunkte. Nachdem wir am Nachmittag unser Zelt aufgebaut haben, fahren wir mit dem Shuttlebus noch die Hermits Rest Road ab, die für den Privatverkehr in den Sommermonaten gesperrt ist. Da sich die Sonne zwischenzeitlich wieder hinter Wolken versteckt hat und es daher recht kühl und ungemütlich geworden ist, verzichten wir auf einen längeren Aufenthalt und kehren zum Zelt zurück. Die heiße Dusche am Abend ist heute wirklich notwendig und sehr willkommen. Um 22:00 Uhr verkriechen wir uns in unsere Behausung und lauschen dem Prasseln der Schneeflocken auf dem Zeltdach!!! Tatsächlich, es fällt der erste Schnee! Natürlich bleibt er nicht liegen, da es immer noch 4 Grad plus sind, aber der Unterschied von 27 Grad am Nachmittag zu 4 Grad in der Nacht ist doch erstaunlich. Heute haben sich unsere guten Isomatten und Schlafsäcke wirklich bezahlt gemacht. Gefroren haben wir nämlich nicht.
27.09.2013
Wir verlassen nun endgültig den Grand Canyon und fahren gen Westen. Da wir übermorgen im Yosemite NP ankommen wollen, sind jetzt zwei Tage autofahren angesagt. Am Nachmittag erreichen wir die kalifornische Grenze und somit auch die Mojave-Wüste. Die Landschaft ist hier wirklich unglaublich öde und langweilig. Auch die wenigen Ortschaften geben eher ein trauriges Bild ab. So sind wir froh, am frühen Abend endlich Barstow zu erreichen. Nach vielen Meilen ist dies der erste nennenswerte Ort, in dem es auch einige Motels gibt. Wir finden schnell ein schönes Zimmer und gehen lecker zum Mexikaner essen. Nach so vielen Tagen im Zelt tut der Luxus eines festen Dachs über dem Kopf auch noch mal gut. Und eine Grundreinigung war ebenfalls mal wieder fällig! J
28.09.2013
Heute gibt es nicht allzu viel zu berichten. Wir fahren ein paar Stunden bis nach Oakhurst und suchen uns dort einen Campingplatz für die Nacht. Aufgrund der geringen Entfernung zum Yosemite NP sind die Preise der gängigen Motels nämlich recht hoch. Wir sind hier südlich des Parks und werden morgen am Mariposa Grove vorbei ins Tal fahren um dort unser Quartier aufzuschlagen. Soweit wir wissen, kommen wir auf dieser Strecke nicht durch die von Waldbränden zerstörten Gebiete. Und dann kann hoffentlich unser Abenteuer beginnen…  ;-)
29.09.2013
Sirenengeheul, quietschende Reifen…wir wachen auf und denken wir wären im falschen Film. Total benommen und ohne richtig zu wissen, wo ich bin, stürze ich aus dem Zelt und sehe, wie ein Polizeifahrzeug hinter unserem Zelt vorbeirast. Mit Blaulicht, Sirenen und durchdrehenden Reifen jagen mindestens 4 Polizeifahrzeuge über den Campground. Wir „bewaffnen“ uns mit unserer Flasche Pfefferspray und flüchten ins Auto. Wer weiß, was hier los ist… Die ganze Aktion dauert mindestens eine Stunde, wobei am Ende die Officer den Platz zu Fuß absuchen. Später erfahren wir, dass sich ein Autodieb auf den Campingplatz geflüchtet hatte. Das war ein echt aufregender Morgen…und das auf dem Land in einem winzigen Dörfchen! Gegen Mittag erreichen wir den Südeingang zum Yosemite NP und fahren gleich weiter bis ins Valley. Die großen Waldbrandschäden sehen wir nicht, die sind weiter im Norden. Zum Glück blieb das wunderschöne Tal von all dem verschont. Im Wilderness Center bekommen wir unser Backcountry Permit, mit dem wir uns ab morgen auf den Weg zum Halfdome machen dürfen. Zunächst schlagen wir unser Lager aber noch für eine Nacht im Tal auf und kochen Nudeln. Die Kohlehydrate können wir morgen bestimmt brauchen! @Magda: Happy Birthday!
30.09.2013
Puh, die Nacht war mit nur noch 4 Grad ganz schön kalt. Heute kann unser großes Abenteuer also beginnen. Zunächst fahren wir aber noch ins Curry Village und checken unsere Emails. Und siehe da, wir haben Post aus Myanmar. Unsere Visa sind endlich angekommen und so steht unserem Asientrip nichts mehr im Wege. An dieser Stelle herzlichen Dank an das Team von Djoser aus Köln, die uns hier wirklich toll geholfen haben. Somit steht jetzt auch fest, dass wir am 17.11.2013 wieder heimischen Boden betreten werden. So, nun ruft aber der Berg! Vor 10 Jahren waren wir ja schon einmal auf dem Halfdome. Allerdings haben wir das damals in einer sehr anstrengenden 12-stündigen Tour gemacht. Diesmal wollen wir auf halbem Weg nach oben eine Übernachtung einschieben und eventuell eine weitere auf dem Abstieg. Das bedeutet, dass wir Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Winterjacken, Lebensmittel und einigen anderen Kram mit nach oben schleppen müssen. Da Kirsten ja Probleme mit der Bandscheibe hat, muss ich leider das Meiste alleine tragen. Aber es ist sowieso schon fast ein Wunder, dass Kirsten soweit ist, dass wir diesen Versuch überhaupt starten können. Nach einem leckeren Mittagessen im Tal brechen wir um 13 Uhr auf. Zunächst geht es am Vernal Fall vorbei. Dieser Teil der Strecke ist besonders anstrengend, da es steil bergauf geht und der Rucksack doch ganz schön schwer geworden ist. Der Anstieg am Nevada Fall ist auch nochmal schwer, doch danach erreichen wir schon bald das Little Yosemite Valley. In diesem hochgelegenen Tal geht es nochmal für eine Stunde weiter, bevor wir den Backcountry Campground erreichen. Die erste Etappe ist also geschafft. Morgen können wir dann ohne das ganze Gepäck den Gipfel in Angriff nehmen. Mal sehen, wie das so wird?!
01.10.2013
WE MADE IT TO THE TOP!!!  Gestern Abend haben wir uns schon um 19 Uhr in unser Zelt verkrochen und sind daher heute Morgen natürlich früh voller Tatendrang. Allerdings warten wir noch ab, bis es ein wenig wärmer wird und machen uns um 9 Uhr auf den Weg. Es geht sofort bergan durch einen tollen Wald mit unglaublichen Bäumen. Sobald man diesen verlässt, hat man den ersten freien Blick auf den Halfdome. Und dieser flößt wirklich Respekt ein. Die sogenannte „Schulter“ bezwingt man noch auf einem steilen Serpentinenpfad und dann geht es erst richtig los. Als normaler Wanderer könnte man den Gipfel ohne die dort angebrachten Kabel und Holztritte gar nicht besteigen. Und so zieht man sich im Schneckentempo die letzten Höhenmeter auf den imposanten Berg. Bloß nicht zur Seite schauen, da kann man wirklich Angst bekommen. Um 11:30 Uhr haben wir es tatsächlich geschafft: Wir sind oben angekommen! Zum zweiten Mal nach 10 Jahren stehen wir auf dem Gipfel des Halfdome. Der Ausblick in die Sierra Nevada ist atemberaubend, aber eigentlich zählt noch mehr, hier angekommen zu sein. Der Rückweg ins Camp ist dann nicht mehr so schwer und wir ruhen uns am Merced River noch ein wenig aus. Da wir doch müde sind und Kirstens Rücken nicht überanstrengen wollen, bleiben wir eine weitere Nacht im Camp und werden dann morgen früh den Weg zurück ins Tal in Angriff nehmen. Und jetzt muss ich schlaaaaafen…  J
02.10.2013
Na, das war doch perfektes Zeitmanagement: Gestern Abend, als wir schon im Zelt lagen, kam noch ein Ranger zu uns und informierte über den „shutdown“ der amerikanischen Regierung. Präsident Obama ist mit seinem Haushaltsentwurf nicht durchgekommen und jetzt werden bis zu einer Einigung alle staatlichen Einrichtungen geschlossen. Behörden, Museen und auch alle Nationalparks schließen die Tore. Somit darf bis auf Weiteres niemand mehr auf den Halfdome, und alle müssen bis spätestens morgen Nachmittag um 15:00 Uhr den Park verlassen haben! Da haben wir wirklich Glück gehabt. Hier im Camp sind gestern noch viele mit schwerem Gepäck angekommen, die nun unverrichteter Dinge wieder ins Tal absteigen müssen. Wir verlassen bereits um 7:30 Uhr den Zeltplatz und machen uns auf ins Tal. Ein wenig gespenstisch ist es schon, den Trail zeitweise für sich zu haben oder am Vernal Fall komplett alleine zu stehen. Nur ein paar Mutige machen sich trotz Verbots auf den Weg nach oben. Verstehen können wir es schon, schließlich ist diese Tour wirklich was Besonderes. Im Valley werden wir von einer Rangerin in Empfang genommen und gebeten, den Nationalpark am besten noch heute zu verlassen. OK, wir haben schließlich alles geschafft und auch fast alle Nationalparks gesehen, die wir besuchen wollten! J Aber es ist wirklich eine erschreckende Sache, die hier passiert. Schließlich sind noch unzählige Urlauber unterwegs, die jetzt praktisch alle Pläne über Bord werfen müssen. Ob es Entschädigungen für bereits bezahlte Reservierungen gibt, weiß wohl so Recht auch bisher niemand. Wir verlassen also unseren Lieblingspark (nur zur Erinnerung: schönster Ort der Welt!) und erreichen bald die ausgedehnten Waldbrandzonen, die in den letzten Wochen entstanden sind. Da ist man schon sehr betroffen, schließlich sind wir hier vor Wochen noch durch intakten Nationalforst gefahren. Bei dem trockenen Klima wird es sicherlich Jahrzehnte dauern, bis wieder ein gesunder Wald wachsen kann. Wir fahren dann auch nur bis Oakdale am Rande der Sierra Nevada um uns in einem Motel von den Strapazen auszuruhen und uns mal wieder die Zähne zu putzen. J

26.09.2013 Navajo-Bridge


Grand Canyon South Rim



30.09.2013 Yosemite NP - erster Tag unserer Backcountry-Tour - beim Trinkwasser abfüllen

01.10.2013 zweiter Tag: am Fuß des Halfdome


hier sieht man schon die Kabel

Kirsten beim Schlussanstieg


We made it to the Top - zum 2. Mal !!!

der Lohn der Mühe - die High Sierra

Mittwoch, 25. September 2013

21.09. - 25.09.2013 Lotteriepech aber super Wetter am Grand Canyon

21.09.2013
Ein wenig traurig verlassen wir unsere schöne Hütte in der Nähe des Mesa Verde NP. Insbesondere die netten Leute hier haben eine Atmosphäre geschaffen, in der man sich wirklich wohl fühlen konnte. Die heutige Etappe führt uns mit einem kleinen Abstecher zu einem Navajo-Kunsthandwerkermarkt schließlich nach Page. Da wir hier deutlich tiefer gelegen sind, als dies in Colorado der Fall war, ist das Wetter auch wieder schön sommerlich warm. Insofern fällt die Entscheidung zum Zelten relativ leicht und ein kostengünstiger Platz ist schnell am Ortsrand gefunden. Zum Abendessen fahren wir in den Ortskern und teilen uns einen Salat und eine sensationelle Calzone-Pizza in einem italienischen Restaurant. Später genießen wir noch das schöne Wetter auf unserem Campingplatz. Morgen steht mal wieder etwas mehr Aktivität auf dem Programm: u.a. soll es in unseren letzten Slotcanyon gehen! Aber davon morgen mehr… @Henry: Happy Birthday und viel Glück für die Hinrunde!!!
22.09.2013
Heute besuchen wir also den Lower Antelope Canyon. Dieser Slotcanyon ist die Verlängerung des Upper Antelope Canyons, den wir mit unserem Besuch aus der Heimat vor ein paar Wochen schon besucht haben. Wir sind früh am Kartenhäuschen und bekommen Tickets für die Tour um 09:00 Uhr. Im Gegensatz zum Upper Canyon gelangt man in diesen über mehrere Leitern hinein, verlässt ihn am Ende ebenfalls über Treppen und geht oberirdisch zurück. Aus unserer Sicht ist der Canyon ebenso sehenswert wie sein weltberühmter Nachbar. Insgesamt ist die Besichtigung deutlich entspannter, da sich nicht so viele Menschen gleichzeitig im Inneren befinden, und man verbringt viel mehr Zeit in diesem Slotcanyon. Danach fahren wir erst mal wieder zurück zu unserem Campingplatz. Mittlerweile haben wir den zweiten Bruch einer Zeltstange zu verkraften und widmen uns in Ruhe der Reparatur. Ein kurzer Kaffeestop bei Mc Donalds und weiter geht es zu den Toadstool-Hoodoos. Diese sehr schöne Hoodoogruppe liegt nur rund 20 Meilen von Page entfernt und ist über eine kurze Wanderung einfach zu erreichen. Besonders beeindruckt uns das Farbenspiel der Badlands, und wir entdecken sogar ganz weiße Hoodoos. Da dieses Gebiet erst seit ein paar Jahren richtig bekannt geworden ist, verirren sich immer noch vergleichsweise wenige Touristen hierher. Wir haben zwar einem kleinen Sandsturm trotzen müssen, da es momentan sehr stürmisch ist, jedoch dafür eine tolle Landschaft erleben dürfen. Da schmecken die gegrillten Rippchen am Abend auch besonders gut! J
23.09.2013
Nachdem wir gestern schon einige Hoodoos im südlichen Teil des Grand Staircase Escalante National Monument besucht haben, geht es heute abermals in diese Region. Allerdings bewegen wir uns jetzt wirklich abseits der Touristenpfade. Ziel unserer Wanderung durch den Wahweap Creek ist das Valley of the White Ghosts. Der Standort dieser sehr fragilen Gebilde wurde bis vor ein paar Jahren noch geheim gehalten. Nachdem im Internet immer mehr Fotos dieser Märchenwelt auftauchten, sprach sich deren Lage dann doch bald `rum. Da man aber eine relativ weite Strecke durch ein eintöniges Flussbett zurücklegen muss, besuchen insgesamt sehr wenige Touristen den Ort. Das Wetter ist heute perfekt, mit 25 Grad nicht zu heiß, aber ein wunderbarer Sonnentag im Herbst. Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die Hoodoos und sind begeistert über Form und Farbe. Allerdings können wir das bekannteste Fotomotiv nirgendwo entdecken. Schon fast ein wenig verzweifelt laufe ich noch um die nächste Ecke der Abbruchkante und stehe dann direkt vor dem großen „weißen Geist“. Wow, jetzt aber schnell zurück und Kirsten abholen! So langsam nähert sich unsere „Felstour“ hier ja dem Ende…und wir haben uns die schönsten Hodoos tatsächlich bis zum Schluss aufbewahrt! Einfach nur traumhaft!!! Geschafft aber zufrieden erreichen wir nach gut 5 Stunden unser Auto und fahren weiter nach Kanab. Hier wollen wir uns morgen früh an der Lotterie zur Erlangung eines „Wave“-Permits beteiligen. Die Chancen stehen allerdings schlecht, da im Moment täglich bis zu 100 Leute eines von nur 10 Permits ergattern wollen. Aber selbst wenn das nichts mehr geben sollte, war die heutige Tour sicher ein mehr als gleichwertiger Ersatz.
24.09.2013
Nach langer Zeit und einer ziemlich kalten Nacht haben wir uns tatsächlich nochmal den Wecker gesetzt. Schließlich beteiligen wir uns heute an der Lotterie für eines der heiß begehrten „Wave“-Permits. Pünktlich um 08:30 Uhr stehen wir am Visitor-Center und füllen den Fragebogen aus. Um die 10 zu vergebenden Tickets bewerben sich an diesem Morgen rund 115 Leute. Die Chancen waren also eher bescheiden…und um es vorneweg zu nehmen: Wir haben leider nicht gewonnen. Aber wir wurden Zeuge menschlicher Dramen: Es wurde gejubelt, sich umarmt, applaudiert und ich bin mir sicher, es sind sogar einige Tränchen vergossen worden. Unsere Enttäuschung hält sich in Grenzen, da wir ja nun wirklich schon viele außergewöhnliche Dinge dieses Jahr sehen durften. Aber dennoch, so nah `dran zu sein und dann nicht zu diesem Naturwunder zu dürfen, ist schon ein wenig blöd. Nachmittags fahren wir durch den Johnson Canyon und wandern ein wenig in einem Flussbett mit dem Namen „Lick Wash“, der einige canyonartige Passagen besitzt und von hohen Felswänden umgeben ist. Den Rest des Tages verbringen wir dann im Café, beim Friseur und auf unserem Campingplatz. Es gab ein weiteres Mal Nudeln mit Tomatensoße und als Beilage zwei verbrannte Finger! J
25.09.2013
Wir fahren zum Grand Canyon und haben endlich einmal perfektes Wetter!!! Nach dem wir schon zweimal am Südrand waren und dort jedes Mal schwere Gewitter niedergingen, haben wir heute am Nordrand endlich mehr Glück. Ein strahlender Herbsttag erwartet uns, und wir genießen die Fahrt durch herbstliche Wälder und die tollen Ausblicke in die Tiefe. Allerdings herrscht hier ein ziemlicher Sturm, und wir erwarten eine ungemütliche Nacht im Zelt. Gott sei Dank sieht man den Wind ja nicht auf den Fotos. J Wir fahren zunächst zum Imperial Point, der gleichzeitig auch der höchstgelegene Aussichtspunkt am gesamten Grand Canyon ist. Er liegt auf über 2.600 Metern und auch unser Übernachtungsplatz ist noch 2.400 Meter hoch. Die Aussicht ist jedenfalls wirklich spektakulär. Da es am Abend schnell kalt und ungemütlich wird, verbringen wir diesen in der toll direkt am Canyonrand gelegenen Lodge. Zum Sonnenuntergang war hier ein Trubel wie auf der Kirmes; insgesamt ist es am Nordrand aber deutlich ruhiger. Der Ausflug hierhin hat sich auf jeden Fall gelohnt. Mal sehen, ob wir morgen auch noch einen dritten Versuch am South Rim starten? Dort haben wir ebenfalls eine Reservierung für den Campingplatz. @Sandra: Happy Birthday! @Walter: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
21.09.2013 Hausbau "american style"

22.09.2013 Lower Antelope Canyon



Toadstool Hoodoos





23.09.2013 Wahweap Creek - Valley of the White Ghosts








25.09.2013 Grand Canyon North Rim - Imperial Point


North Rim Lodge



Freitag, 20. September 2013

15.09. - 20.09.2013 Mesa Verde & Unwetter in Colorado

15.09.2013
Ein sonniger Morgen erwartet uns…endlich! Wir verlassen den tollen Canyonlands NP und fahren einmal mehr nach Moab zurück. Wir wollen hier ein wenig entspannen und organisatorische Dinge regeln. Zu unserer Verwunderung hat die Autovermietung eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter in Deutschland hinterlassen, erfahren wir aus einer Mail von meinem Vater. Wir sollen sie wegen eines Ölwechsels und ein paar weiterer Fragen zurückrufen. Denken die wirklich, wir wären bis nach Deutschland gefahren??? Jedenfalls gestaltet sich das Telefonieren von einem öffentlichen Telefon aus als ganz schön nervenaufreibend. Bestimmt eine Stunde lang wird Kirsten von einem zum anderen verbunden, aber niemand kann uns weiterhelfen. Kurz vorm Nervenzusammenbruch (Kirsten hatte schon so hektische Flecken im Gesicht J) bekommen wir endlich eine der so streng geheim gehaltenen Emailadressen. Wir sind ja wirklich geduldig, aber hier sind wir dann für unsere Verhältnisse mal nicht sooo freundlich gewesen. Den Rest des Tages erholen wir uns auf einem schönen Campingplatz mitten in Moab, wo wir uns eine kleine Holzhütte gemietet haben. Am Abend gehen wir schön essen und beschließen noch einen weiteren Tag hier zu bleiben. @Thomas: Happy Birthday! @Steffi & Thomas: Das freut uns sehr für euch! Viel Spaß bei den Vorbereitungen für Februar! J
16.09.2013
Wahnsinn, um Punkt sieben Uhr werden wir von einer Fanfarentruppe geweckt. Allerdings hat das Ständchen nichts mit dem heutigen Datum zu tun, auch wenn ich mich schon bei Kirsten für die tolle Geburtstagsüberraschung bedanken wollte. Des Rätsels Lösung ist, dass hinter dem Campingplatz eine High School ihren Sportplatz hat und während der Football-Saison jeden Morgen vor dem Unterricht die Blaskapelle dort übt. Vielleicht kann ich morgen früh mal ein Foto davon machen! Unserem Auto lassen wir heute auch noch mal besondere Aufmerksamkeit angedeihen: Ölwechsel und Grundreinigung; wobei letztere auch wirklich nötig war. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten: Wir haben ein wenig Urlaub gemacht und uns ausgeruht.
17.09.2013
Das Ständchen heute Morgen fiel dann eher dürftig aus: War gestern noch die gesamte Blaskapelle unterwegs, so übten heute nur ein paar Trommler ihren Rhythmus. Das Wetter ist auch wieder sehr unbeständig und so verzichten wir auf einen Fotostopp bei den Fishertowers. Diese liegen komplett im Schatten und heben sich kaum von den dahinterliegenden Canyonwänden ab. Schon bald verlassen wir Utah und erreichen Colorado. Hier hat es in den letzten Tagen extrem geregnet und schwere Überschwemmungen haben einen Teil des Staates getroffen. Wir sehen davon jedoch zum Glück nichts. Unser erstes Ziel ist das Colorado National Monument. Eine schöne Straße führt an einer tiefen Abbruchkante lang und gewährt tolle Ausblicke. Leider fängt es aber an zu regnen, so dass lediglich ein paar Beweisbilder herausspringen. Wenn man in dieser Region ist, lohnt ein Abfahren der Scenic Route schon, allerdings haut uns nach den vielen Canyons in Utah das Ganze nicht mehr aus den Schuhen. Am Nachmittag erreichen wir unser heutiges Ziel: den Black Canyon of the Gunnison. Unmittelbar nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen haben, kommt erst einmal ein kleines Gewitter `runter. Same procedure as every day! Den Park wollen wir morgen besichtigen und dann weiter nach Mesa Verde fahren.
18.09.2013
Zunächst einmal herzlichen Dank für die vielen lieben Grüße und Glückwünsche aus der Heimat. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut!!! Den heutigen Vormittag verbringen wir am Black Canyon of the Gunnison und fahren dort die einzelnen Aussichtspunkte ab. Der Gunnison River hat durch das hier mal zur Abwechslung schwarze Gestein eine extrem tiefe und enge Schlucht gegraben. Teilweise türmen sich die Felsen fast 700 Meter senkrecht in die Höhe. Auch wenn von der gesamten Schlucht leider nur etwa 20 Kilometer unter Schutz gestellt wurden und der Rest in mehreren Stauseen verschwand, ist der Park dennoch sehr sehenswert und einen kleinen Umweg wert. Danach geht es weiter Richtung Süden. Auf unserem Weg kommen wir durch das schöne Westernstädtchen Ouray, fahren vorbei an unzähligen verfallenen Minenanlagen, durch schöne Wälder, die sich bereits herbstlich färben sowie durch die Orte Silverton und Durango. Hier gibt es sogar relativ große Skigebiete, und wir überqueren mehrere Bergpässe mit jeweils über 3.000 Metern Höhe. Nach den ganzen Wüsten freuen wir uns über den ungewohnten Anblick der ausgedehnten Wälder und schroffen Gipfel. Kurz vor unserem Ziel beim Mesa Verde Nationalpark sehen wir uns dann plötzlich einer riesigen Gewitterfront gegenüber, deren Blitze man sekundenlang bis zum Boden zucken sieht. Zuerst sind wir noch froh, bei dem Unwetter, das jetzt über uns hereinbricht im Auto zu sitzen, doch dann geht es erst richtig los! Riesige Hagelkörner knallen auf unser Auto herab, und innerhalb von Sekunden ist alles um uns herum weiß. Ungelogen: Die Hagelkörner sind so groß wie Taubeneier und explodieren geradezu auf unserem Glasdach! Verzweifelt suchen wir nach einem möglichen Unterstand und finden letztendlich unter einem großen Baum etwas Schutz vor diesen Geschossen. Kaum zu glauben, aber unser Auto scheint das Ganze unbeschadet überstanden zu haben. Noch etwas geschockt, verzichten wir heute lieber auf`s Zelten und mieten uns kurz vor dem Nationalpark eine kleine Hütte für die nächsten beiden Nächte. Eine weise Entscheidung, denn ein paar Stunden später geht erneut ein Gewitter auf uns nieder. @Franzi: Happy Birthday! @Peter: Vielen lieben Dank für das tolle Geschenk!!! Keep on rocking…
19.09.2013
Nachdem sich das Wetter gestern so richtig ausgetobt hat, erwartet uns heute ein wunderschöner Herbsttag. Diesen verbringen wir im Mesa Verde NP, wo im 19. Jahrhundert die sogenannten Cliff Dwellings entdeckt wurden. Es handelt sich hierbei um Indianersiedlungen aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die unter großen Felsüberhängen unzugänglich für Feinde erbaut wurden. Aufgrund wachsender Einwohnerzahlen wurden insbesondere Ressourcen wie Brennholz und Wasser knapp. Es kam daher zu Kämpfen untereinander und schließlich wurden diese festungsartigen Behausungen angelegt. Weltberühmt ist der Cliff Palace, in dem damals ca. 130 Menschen lebten. Im Rahmen einer geführten Tour besichtigen wir die Anlage, die gleichzeitig die größte ihrer Art ist. Danach geht es ins Balcony House, das zwar deutlich kleiner, jedoch aufgrund seiner Lage besonders reizvoll ist. Über Leitern und sogar einen Tunnel geht es in diese schöne Behausung. Der Besuch des Spruce Tree House bildet den Abschluss eines sehr interessanten Tages. Leider hat Kirsten hier jetzt zum zweiten Mal ihre Sonnenbrille liegen gelassen. Diesmal auf einem Plumpsklo! Als wir dort später nachschauten, hatte sie leider jemand mitgenommen. Der Park hat uns sehr gut gefallen, und wir haben sogar einen Kojoten aus nächster Nähe beobachten können. Leider sind in den letzten 15 Jahren fast 90 Prozent der Waldfläche des Parks durch schwere Brände zerstört worden. Ob sich die Wälder wieder ausbreiten können, ist noch offen. Aufgrund des wärmeren und trockeneren Klimas ist man da sehr skeptisch. Die Cliff Dwellings konnten nur durch extrem schwierige Flugmanöver der Feuerwehr gerettet werden. Mit Löschflugzeugen flog man in die Canyons hinein und schleuderte die Ladung im Kurvenflug gegen die wertvollen archäologischen Stätten. Ein Parkranger erzählte uns, dass die Firefighter für ihn Helden sind! Den Abend lassen wir in unserer Hütte gemütlich ausklingen und schauen mal wieder einen Tatort. „Der Polizistinnenmörder“ – was war das für ein Mumpitz…wir haben Tränen gelacht! Irgendwie eine sowas von hanebüchene Geschichte, dass es einen fast eher an Slapstick erinnerte.
20.09.2013
Da wir uns so langsam auf folgende Abenteuer in Asien vorbereiten, haben wir beschlossen, einen weiteren Tag hier zu bleiben und etwas auszuruhen. Schließlich wartet im Yosemite NP ja auch noch ein anstrengendes Projekt auf uns! Die 10-Jahre-Revival-Wanderung – hoffentlich spielt das Wetter mit! J Insofern gibt es heute auch nicht viel zu berichten. Die letzte Nacht war übrigens richtig kalt und wir sind gespannt, wie lange das mit dem Zelten überhaupt noch funktionieren wird.

17.09.2013 Colorado National Monument - leider im Regen


18.09.2013 Black Canyon of the Gunnison


Painted Wall

Rocky Mountains bei Silverton

19.09.2013 Mesa Verde NP - Balcony House


Cliff Palace






Spruce Tree House